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Übersicht - Ereignisse, Daten, Fakten

Entstehung und Strukturen frühneuzeitlicher Monarchie

  1. Der frühmoderne Staat: Das absolutistische Frankreich:
  • Ludwig XIII. 1610 – 1643 (mit 9 Jahren Regierungsgeschäfte; volksnah; „bescheiden“)
  • Ludwig XIV. 1643 – 1715 (mit 5; Alleinherrscher; volksfern; arrogant; egoistisch; eigensinnig/-ständig) à absolutistisch!

Ausschaltung der politischen Macht des Adels:

Richelieu (1585 – 1642)

1624 von Ludwig XIII. zum 1. Minister ernannt
1630 war unter einem schwachen König der eigentliche Herrscher in Frankreich
Bündnisse mit Habsburggegnern; Kampf gegen Habsburger im Reich u. außerhalb
Hohe Abgaben zur Finanzierung seiner Kriege = Aufstände ab 1629
Entmachtete Habsburger und französischen Hochadel teilweise (mit dem Sturz Marias von Medici); Hugenotten (mit ihren Sonderrechten) als 3. bedeutende Gefahr für die absolute Monarchie
1628 Belagerung des Hugenottenstützpunktes; nach dem Fall der Stadt entzog er den Hugenotten politische und militärische Sonderrechte, legte aber 1629 im „Gnadenedikt von Alés“ religiöse Duldung fest
=> Vollendung der absoluten Monarchie (mit rücksichtslosen Maßnahmen) + Etablierung Frankreichs als führende Macht in Europa

Richelieus „Politisches Testament“:

Reform des Klerus:
Ämter nur mit würdigen Personen von musterhaftem Lebenswandel und Verdienst besetzen
Die, die diese heilige Stellung missbrauchen/nicht achten, verbannen

Wissenschaften:
Bildung und Wissenschaften nicht für jedermann zugänglich (aus Angst vor möglichen Folgen wie Ungehorsam/Hochmut durch wachsende Intelligenz)

Adel:
soll erhalten werden, ABER: Herabsetzen der Macht und Einschränkung des Luxus, keine Macht gegenüber dem Volk

Justiz:
nur Rechtssprechung über das Volk; kein Machtmissbrauch

Finanzbeamte:
Macht soll nicht mehr anwachsen; geringe Anzahl von Finanzbeamten

Volk:
geringe Bildung, niedriger Lebensstandard; Kennzeichen der Unterordnung erhalten
in Staatsnöten sollen die Reichen Abgaben zahlen, Arme dürften nicht weiter belastet werden

Zustand des königlichen Hauses:
Wiederherstellung der Ordnung:
Fester Wille zur Reform
Erste Ämter nur mit Adelleuten besetzen; Bedienung durch Edelleute: Steigerung der Würde
Kein Entgelt für Ämter

Ministerium:
Zusammenspiel von 4 Ministern und König
1 einzelner Minister besitzt höchste Autorität (hier: Richelieu!)
 

Mazarin (1602 – 1661)
1630 Begegnung mit Kardinal Richelieu in Lyon; wirkte an der Kurie für dessen Politik
1640 Kardinalswürde;  tritt in französische Dienste; verehrte Richelieu als sein Vorbild
1642 Tod Richelieus: Ludwig XIII. nimmt ihn in den Kronrat auf; wird leitender Minister
Nachahmung Richelieus gelang ihm schlecht: Konzentration auf außenpolitische Hauptaufgabe (Verhandlungen zum Westfälischen Frieden), beachtete innerfranzösische Lage nicht genug = Entstehung einer „FRONDE“ (Lexikon: regierungsfeindliche/oppositionelle Gruppierung)

=> politische Oppositionsbewegung des franz. Hochadels & der hohen Gerichtshöfe: bekämpften absolutistisches Regiment;
Ziele: Wiederherstellung der Feudalrechte des Adels & der Einspruchsrechte des Parlaments

Fronde begann als „Fronde Parlamentaire“ mit dem Aufstand des Volkes
(forderte Freilassung von Richtern, die im Namen des Parlaments Oppositionspolitik gegen die Finanzpolitik Mazarins betrieben) => Flucht der königlichen Familie
Armee unter der Führung von dem Prinzen Conde belagert Paris => Frieden von Rueil

„Fronde des Princes“ beginnt wenige Monate später
(Conde, der sich Hoffnungen auf den Platz von Mazarin gemacht hatte, schloss sich ritterlicher Opposition an; als Mazarin Conde verhaften lassen will, zieht Hochadel Truppen zusammen => Aufstände: Conde freigelassen – Mazarin floh ins Exil

nach Fortgang Mazarins: Opposition zerstreitet sich rasch
1652: Bürgerschaft erhebt sich; Conde flieht nach Spanien; königliche Familie und Mazarin ziehen wieder in Paris ein =>Einnahme der letzten Bastionen; Bestrafung der Anführer
Niederwerfung der Fronde – Mazarin bleibt bis zu seinem Tod 1661 unbestrittener Herr Frankreichs
Erreichtes: Pyrenäenfrieden mit Spanien + Westfälischen Frieden

=> auf diesen Friedensschlüssen basierte die europäische Vormachtstellung Frankreichs
(Ludwig XIV. baute absolute Herrschaft aus; Entmachtung des Adels + der Parlamente weiterhin)

Merkantilismus – wirtschaftliche Grundlage des Absolutismus

Maßnahmen Colberts zur Steigerung d. Staatseinnahmen:
Einfuhr von Rohstoffen aus Kolonien
Manufakturen; Arbeitsplätze schaffen
Anwerbung von Fachkräften
Ausfuhr von Fertigwaren
Ausbau von Verkehrswegen
Einfuhrverbot für Fertigwaren
Abbau von Zollschranken innerhalb Frankreichs/Zollfreiheit im Inland
Ausfuhrverbot von Rohstoffen

Der Merkantilismus und die französische Gesellschaft:

1.
Adel und Klerus
Großteil des alten Schwert– und Geblütsadels fehlten die Mittel zum Ämterkauf
Innerhalb der altüberkommenen Adelsschicht: tief greifende funktionale Veränderungen;

Aufhebung der politischen und militärischen Eigenständigkeit
Ersatz: Aufgaben im unmittelbaren Umfeld des Königs
=>Hofadel hatte wegen königlicher Nähe eine herausragende gesellschaftliche Rolle
=> Provinz- und Landadel verloren jedoch vielfach an Bedeutung oder gerieten in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten
=> Ständevereinhaltlichung als Folge

große Teile des Adels profitierten wirtschaftlich und gesellschaftlich von der merkantilistischen Wirtschaftspolitik
z.T. blieb Angehörigen der Adelsschicht jedoch nur die militärische Karriere oder das Kirchenamt
Adel hatte keine Regierungspositionen mehr inne – gehörte zur Regiertenschicht

2. Bürgertum und Bauern:
gehobenes Bürgertum profitiert (haben Fachkenntnisse besonders in Wirtschaft; besitzen Manufakturen)
Unterschicht verarmt, da Landwirtschaft nicht entsprechend gefördert wird; zu hohe Steuern, Missernten, Kriegsfolgen
Wohlhabende Bürger können Ämter kaufen (Aufstieg in den Amtsadel, welcher sich besonders ausprägte)

Kirchenpolitik unter Ludwig XIV. – treuer katholischer Monarch:
Kampf um die religiöse Einheit
Verfolgung der Hugenotten

Selbstdarstellung und Legitimation des Herrschers:
Ludwig XIV. => „Sonnenkönig“
Versailles => Ausgerichtet auf das Zentrum der Macht, den König
Hof-Zeremoniell => Steigerung des Ansehens: „Landesherr“ noch in privatesten Gemächern

Privileg für wenige Adlige; Schlafzimmer = Staatszeremonie; Abhebung vom Pöbel
Ausdruck der Machtpositionen des Königs; Machterhaltung; Macht-Zentralisation
Stellung/Bedeutung des Adels: „Schmuck“; jedoch: Machteinbuße am Hof; abhängig; ohne eigenes Recht
Höfischer Absolutismus: König ist der absolute Herr seines Staates, hat einen prunkvollen Hof, ein kostspieliges Hofleben; Adel und Kirche genießen Privilegien, z.B. Steuerfreiheit

Beurteilung des Absolutismus:
schuf Staat auf weltlicher Grundlage (Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Militär)
Säkularisierung in Folge der Gedanken der Aufklärung
Schaffung einer Staatsidee/Staatsräson (-vernunft/-einsicht)
Aufbrechen der Ständeordnung

=> Entstehung einer politischen Öffentlichkeit (Fortschritt):
Politik entwickelte sich zu einer Sache aller Bürger, Treffen in Vereinen, Gesellschaften, Klubs oder Geheimbündenàkritische Öffentlichkeit => Verbreitung der Aufklärung, gesteigerte Zeitschriften- und Buchproduktion
=> Absolutismus = frühmoderner Staat:
Schaffung von Ordnung in Bereichen wie: Wirtschaft, Verkehr, Gesundheit, Armenfürsorge, Schule/ Bildung, Geld-/ Münzwesen

=> Bürokratisierung, Militarisierung, Sozialdisziplinierung
=> Entwicklung eines Rechtsystems, Ausbau der Rechtsicherheit

 
 
 

 

 
 
 

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