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Der Vietnamkrieg und seine Phasen


Gliederung:

Vorgeschichte
1.Phase: Französische Phase (1946-1954)
2.Phase: Amerikanische Phase (1964-1973)
3.Phase: Vietnamesische Phase (1973-1975)
Auswirkungen
Bilanz

1972 - Vietnamkrieg und Napalmopfer

1972 - Vietnamkrieg: Phan Thi Kim Phuc (Mitte) flieht
zusammen mit anderen Kindern nach einem
"fehlgeleiteten" amerikanischen Napalm-Angriff.

Vorgeschichte
Die Franzosen kolonisieren Vietnam vor und während des 2. Weltkrieges.
Die Japaner nehmen Indochina ein und
die Franzosen kehren, um ihre Kolonialherrschaft fortzusetzen, nach Vietnam zurück.

Die 3 Phasen des Vietnamkriegs
Der Vietnamkrieg begann 1946 und endete 1975. Der Krieg lässt sich in 3 Phasen einteilen: In die französische, amerikanische und vietnamesische Phase.

Die französische Phase
Der Auslöser des Krieges ist der Haiphong-Zwischenfall: Am 23.11. 1946 fordert Frankreich den sofortigen Abzug der Vietminh (Viethminh: vietnamesische kommunistische Unabhängigkeitsbewegung) aus der Stadt Haiphong. Doch die Vietminth ignoriert diese Forderung und daraufhin nimmt Frankreich die Stadt unter Beschuss durch franz. Kriegsschiffe und schlägt die Truppen der Vietminh bis westlich von der Stadt Hanoi zurück.
1949 setzt Frankreich den ehemaligen Kaiser Bao Dai formell als Staatschef ein.
Da in China 1949 die Kommunisten den Bürgerkrieg gewinnen, wird China kommunistisch und die Vietminh erhält politische und finanzielle Unterstützung aus China und konnte daher in Vietnam Fuß fassen.
Nun fürchtete die USA, dass sich der Kommunismus in die benachbarten Länder ausbreite (Dominoprinzip), sie schickten daher im Jahre 1950 zur Unterstützung Frankreichs Militärberater und Geld.
Trotz der Hilfe der USA breitet sich die Vietminh bis 1953 in ganz Vietnam aus und kontrolliert auch alle ländlichen Gebiete Vietnams.
Am 07. Mai 1954 kam es zur Schlacht bei Dien Bien Phu, dort werden die französischen Truppen von der Vietminh geschlagen und dies ist die endgültige Niederlage Frankreichs.
Nach dieser Schlacht wurde am 21.07.1954 auf der Genfer Konferenz ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Frankreich und der Vietminh geschlossen.
Frankreich und seine Verbündeten ziehen sich in den Süden zurück und die Kommunisten in den Norden des Landes und der 17. Breitengrad wird als Grenze festgelegt.
Im Süden besteht die Republik Vietnam unter der Führung von dem durch die USA unterstützen Regierungschef Ngo Dinh Diem und im Norden die Demokratische Republik Vietnam unter dem Führer der Vietminh Ho Chi Minh.
Auf der Genfer Konferenz wurden außerdem gesamtvietnamesische Wahlen zur Wiedervereinigung für 1956 festgelegt.
Es findet keine Entmilitarisierung statt, sondern beide Teile des Landes werden weiterhin unterstützt.
Frankreich im Süden von den USA, da auch die USA die Ausbreitung des Kommunismus aufhalten will, da sie verhindern wollte, dass dieser auf die benachbarten Ländern übergreift.
Der kommunistische Norden wird von der Sowjetunion und dem kommunistischen China unterstützt.

Die amerikanische Phase
1955 lösen die Vereinigten Staaten Frankreich als Schutzmacht ab.
Der Regierungschef Süd-Vietnams Ngo Dinh Diem errichtet ein autoritäres Regime (Diktatur) mit Unterstützung der USA.
Er unterdrückte jede Art von Opposition und baute eine starke Armee auf.
Außerdem holte er zahlreiche amerikanische Militärbeamte ins Land; bis Ende 1963 waren es 16.300.
Die von der Genfer Konferenz festgelegten Wahlen scheiterten am Staatschef Diem, er behauptete, dass die Meinungsfreiheit im Norden nicht gewährleistet sei, und dass man mit Wahlfälschung rechnen müsse.
Der wahre Grund jedoch, warum er diese Wahlen nicht zulassen wollte, lag darin, dass die Vietminh sich wieder stark verbreitet hatte und viele Anhänger vor allem in der bäuerlichen Bevölkerung gefunden hatte.
Auf Grund dessen hätte er die Wahlen mit Sicherheit verloren, da Diems Regierung nur sehr wenige Anhänger hatte.
Ab 1957 begann der südvietnamesische Vietcong (Abk. für Vietnam Cong San; Kommunisten Vietnams) durch Guerillaaktionen gegen Diems Regime und auch gegen amerikanische Militäreinrichtungen vorzugehen. Dabei hatte es die Unterstützung von Nord-Vietnam.
Nachschub und Waffen bekam der Vietcong durch den Ho-Chi-Minh-Pfad, welcher der Hauptversorgungsweg war.
Es entstand nun die „Nationale Befreiungsfront von Süd-Vietnam“, dies war eine politische Organisation, die von Nord-Vietnam abhängig war.
Auch weiterhin wurde das Diem Regime vom Vietcong angegriffen; der Vietcong hatte schon den größten Teil des Gebietes unter Kontrolle und begann mit dem Aufbau einer eigenen Verwaltung.
Auf Grund dessen mussten sich die südvietnamesischen Regierungstruppen immer weiter zurückziehen.
Am 01. November 1963 wurde Diem durch einen Militärputsch, welcher von dem Vietcong organisiert worden war, gestürzt und hingerichtet.
Durch den „Tongking-Zwischenfall“, bei dem am 02. und 04.08.1964 zwei amerikanische Kriegsschiffe von zwei vietnamesischen U-Booten im Golf von Tongking angegriffen worden, wurde der eigentliche Krieg zwischen den USA und Vietnam ausgelöst.
Auf Grund dieses Zwischenfalls beantragt der Präsident der Vereinigten Staaten, L.B. Johnson, beim Senat die Generalvollmacht, für den Einsatz der amerikanischen Truppen in Vietnam.
Er gibt den Befehl zur systematischen Bombardierung strategischer und wirtschaftlicher Ziele in Nord-Vietnam, sowie des Ho-Chi-Minh-Pfades, um die Versorgung des Vietcongs abzuschneiden.
Außerdem verstärkt die USA ihre Truppen auf 543.000 Soldaten.
In dieser Zeit waren die USA zu Verhandlungen mit Nord-Vietnam bereit, dieser lehnte die Gespräche, trotz mit sich ziehender Bombardierungen, jedoch ab.
Die USA wurden von verbündeten Staaten unterstützt (Australien, Südkorea, Thailand, Neuseeland und Philippinen) und führen die Bombardierungen Nord-Vietnams intensiver weiter; dadurch wird die Wirtschaft und Infrastruktur weitgehend zerstört und Nord-Vietnam ist auf die Wirtschaftshilfe Chinas und der Sowjetunion angewiesen.
Im Süden gehen die USA gezielt gegen die Vietcong-Partisanen vor; doch auch durch den Einsatz von der Luftwaffe, großflächigen Bombardierungen mit Napalm und des Einsatzes von Entlaubungsmitteln, gelingt ihnen kein Sieg über den Vietcong, jedoch können sie einen Gesamterfolg des Gegners verhindern.
Im November gab das Pentagon die Gesamtzahlen der bisherigen US-Verluste in Vietnam seit Ausbruch des Krieges bekannt:

-15.058 Tote
-109.527 Verwundete
- jährlich 25.Mrd. US-Dollar Verlust

Dadurch wurden in den USA Forderungen laut, den Krieg zu beenden, weil viele der Meinung waren, dass der Krieg für keine der beiden Seiten zu gewinnen sei.
Die nordvietnamesischen Truppen und der Vietcong greifen im Januar 1968, unter der Führung des Generals Vo Nguyen Giaps, in der so genannten „Tet-Offensive“ (benannt nach dem Monat des vietnamesischen Kalenders) zahlreiche Städte völlig überraschend an.
Die Offensive war zwar nicht erfolgreich, demonstriert aber sehr gut die Macht
Nord-Vietnams.
Nach dieser Offensive nahm die Kritik an der amerikanischen Vietnam -Politik, vor allem in den USA, aber auch weltweit, zu.
Es wurden vor allem die Bombenabwürfe auf Zivilisten, der Einsatz von chemischen Mitteln und die Angriffe auf die Zivilbevölkerung wie das Massaker von My Lai kritisiert.
Präsident Johnson stoppt daraufhin die Luftangriffe, weil auf der ganzen Welt die Meinung herrscht, dass der Krieg nicht zu gewinnen sei, wodurch die Verhandlungsbereitschaft beider Mächte steigt.
Dies ist auch die wichtigste Bedingung zur Aufnahme der Waffenstillstandsverhandlung in Paris am 13. Mai 1968, welche aber erfolglos bleibt.
Seit 1969 ist R.M. Nixon Präsident der USA, welcher den Abbau der amerikanischen Streitmacht in Vietnam und ein Programm zur Vietnamisierung anstrebt.
(Vietnamisierung: massiver Aufbau der südvietnamesischen Armee)
Die politische Einstellung zum Krieg schien sich also zu ändern, doch trotzdem wurde der Krieg noch vier weitere Jahre fortgeführt.
1972 legen sich Präsident Nixon und der Vietcong Friedenspläne vor, doch die Verhandlungen führen zu nichts; sie werden am 23. März abgebrochen.
Eine Woche später startet die große Offensive Nord-Vietnams bis zu Quang Tri; die Antwort der USA darauf sind verheerende Bombenangriffe auf Nord-Vietnam und die Verminung der wichtigsten Häfen im Norden um den Nachschub abzuschneiden.
Am 08.10.1972 gab es bei den Friedensverhandlungen von Henry Kissinger und dem nordvietnamesischen Botschafter Le Duc Tho eine erstmalige Chance auf Frieden.
Beide waren bereit Einbußen zu akzeptieren und über die Zukunft Nord- und Süd-Vietnams zu sprechen.
Diese Verhandlungen endeten am 16.12.1972 und zwei Tage später wurden Hanoi und Haiphong bombardiert.

Die vietnamesische Phase bzw. der Bürgerkrieg
Am 21.01.1973 kam es durch ein Waffenstillstandsabkommen endlich zum Frieden zwischen den beiden Mächten. In dem Abkommen wurde festgelegt, dass alle Truppen der USA abgezogen werden, jedoch noch 145.000 nordvietnamesische Truppen in Süd-Vietnam bleiben; dies erledigte die USA bis Ende März 1973. Jedoch sagte sie Süd-Vietnam weiterhin wirtschaftliche und militärtechnische Hilfe zu, womit sie Süd-Vietnam sehr beim Aufbau des Heeres halfen.
Außerdem sah diese politische Regelung vor, dass ein „Nationaler Versöhnungsrat“ aus Vertretern der Saigoner Regierung, unter der Führung von Nguyen Van Thieu, allgemeine Wahlen in Süd-Vietnam durchführen sollte, jedoch bleiben die Verhandlungen ergebnislos.
Stattdessen versuchten die Saigoner Regierung und die kommunistischen Truppen, welche mit dem Waffenstillstand nicht einverstanden waren, die von ihnen kontrollierten Gebiete mit Waffengewalt zu vergrößern, was die 3. Phase des Vietnamkrieges, also die Bürgerkriegsphase einleitete.
Da die USA nun ihre finanzielle Hilfe einstellten und die militärischen Stützpunkte der Süd-Vietnamesen im Hochland von Annam im März 1975 gefallen waren, mussten sich die südvietnamesischen Regierungstruppen rasch zurückziehen und lösten sich schließlich unter dem Druck der nachrückenden kommunistischen Truppen auf.
Am 21.04.1975 tritt der südvietnamesische Präsident Nguyen Van Thieu schließlich zurück und am 30.04.1975 wird der Saigon von den Einheiten des Vietcong mit nordvietnamesischer Unterstützung besetzt und Süd-Vietnam muss kapitulieren, wodurch ein großer Flüchtlingsstrom einsetzt.
Im Gefolge dieser letzten Phase des Vietnamkrieges kommt es am 02.07.1976 zur Wiederherstellung eines gesamtvietnamesischen Staates, der „Sozialistischen Republik Vietnam“, unter kommunistischer Führung.

 

Auswirkungen:
-Verluste
-Wirtschaftliche Not
-Emigrationswelle
-Irreparable Schäden in Ökologie und Gesundheit

Zum größten Teil sind diese Auswirkungen heute immer noch zu spüren.

Bilanz des Vietnamkriegs:
Getötete Soldaten:
900.000 Nordvietnamesen
185.000 Südvietnamesen
 50.000 Amerikaner
Getötete Zivilisten:
ca. 2 Millionen

Kriegsschäden durch Bombardierung, Entlaubung usw.: ca. 200 Mrd. Dollar

Der Krieg hatte keine große Wirkung -> Der Kommunismus konnte nicht aufgehalten werden

=> Erste Niederlage der USA

 
 
 

 

 
 
 

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