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Das Verhältnis von Denken und Sprache

Aufgabe: Analysieren Sie folgende Aussagen in Bezug auf das Werk "Woyzeck":

„Verhältnis von Sprachvermögen und Wirklichkeitswahrnehmung“
„Sprache als Medium des Denkens. Das Verhältnis von Sprechen und Denken.“

  • Sprache eingeschränkt = Wirklichkeitswahrnehmung eingeschränkt

  • Wirklichkeitswahrnehmung eingeschränkt = Sprache eingeschränkt

  • Wort = Verkörperung des Gedankens

  • Kommunikation = Gedankenaustausch

  • Sprache als Hindernis
  • Woyzeck = Prägung durch Stand ist hinderlich (muss erlernt werden – nicht möglich; unterschiedliche Intelligenz-Quotienten; erst die Erlernung gestattet „unser Denken bis hin zu formalen Operationen auszufalten“
  • Große Unterschiede= Denken („inneres Sprechen“) – äußere Sprache

--> Teufelskreis

 

Woyzeck ist durch seine Angehörigkeit an die Unterschicht in seiner Wirklichkeitswahrnehmung eingeschränkt, auch sein Intelligenz-Quotient hat dadurch keine Entfaltungsmöglichkeiten. Da die Prägung durch den Stand hinderlich an der Ausbildung seiner Wirklichkeitswahrnehmung ist, führt sie gleichzeitig zur Einschränkung der Sprache.

Die Syntax kann von ihm durch die gegebenen Umstände nicht erlernt werden, wodurch sein Denken nicht bis hin zu formalen Operationen ausgefaltet wird (Z.67/68).

Wort bzw. die „Verkörperung des Gedankens“ und Kommunikation bzw. „Gedankenaustausch“ stellen ein unüberwindbares Hindernis für ihn dar, da er nie die Möglichkeit hatte, das Umgehen mit diesen Medien zu erlernen.

Denken und Gedankenaustausch sind für ihn eine Herausforderung, der er nicht gewachsen ist, er beherrscht die notwendige Sicherheit in der Sprache nicht, wodurch keine Verkörperung der Gedanken entstehen kann (Z.48/49 „...in welchem Sinne die Eigengesetzlichkeit der Sprache i.e.S. [im engeren Sinn], die Grammatik, Denken und Gedankenaustausch behindern kann.“).

Die Schuld seiner Unfähigkeit liegt bei der Gesellschaft, die nicht allen Mitgliedern einer Sprachgemeinschaft die gleichen Chancen einräumt und ihnen den richtigen Umgang mit dem Medium Sprache verwehrt, er kann sie nicht als Medium des Denkens nutzen (Z.51-53 „Ebensowenig aber ist zu bestreiten, daß dieses Regelsystem erworben, d.h. gelernt werden muß und nicht von allen Mitgliedern einer Sprachgemeinschaft bis zur völligen Beherrschung aller Strukturen und Kombinationen gelernt wird.“).

Das Verhältnis zwischen Denken und Sprache ist ein sehr enges, daher kann Letzteres zum „Hindernis bei der Realisation von Gedanken [und] Hindernis bei der Übermittlung sein“ (Z.14/15) (Z. 3/4 „Verhältnis als besonders enges gesehen“). Ohne funktionstüchtige Sprache, kann das Denken nicht „wahrhaft vollbracht werden“ (Z.7/8).

Woyzeck wird somit unfreiwillig zum Opfer, dass nicht in der Lage ist, seinen Gedanken Leben einzuhauchen, weil er durch seine unfreiwillige Zugehörigkeit zur Unterschicht keinen Zugriff, besser gesagt kein Recht auf den Erwerb des Regelsystems hat (Z.56/57 „ Die Differentielle Psychologie fand solche Unterschiede zwischen den Angehörigen der Mittelschicht und der Unterschicht...“).

Die geistigen Funktionen konnten bei ihm nicht ausgereift werden, daher kann er die Sprache nur in Grenzen und nicht systematisch nutzen (Z.32/33).

 
 
 

 

 
 
 

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